Betei­lig­te aus QR.N legen Grund­stein für Quan­ten­netz­wer­ke

Neu­es Paper zu Quan­ten­te­le­por­ta­ti­on erschie­nen:

In den ver­gan­ge­nen Jah­ren haben Quan­ten­netz­wer­ke in der For­schung zuneh­mend an Bedeu­tung gewon­nen. Sie könn­ten nicht nur die Sicher­heit kri­ti­scher Infra­struk­tu­ren erhö­hen, son­dern auch neue Anwen­dun­gen ermög­li­chen – von der siche­ren Ver­net­zung von Quan­ten­com­pu­tern bis hin zu einem zukünf­ti­gen Quan­ten­in­ter­netVor­aus­set­zung dafür ist die zuver­läs­si­ge und hoch­fre­quen­te Erzeu­gung flie­gen­der Qubits sowie deren Zustands­te­le­por­ta­ti­on über gro­ße Distan­zen. Denn groß­flä­chi­ge Quan­ten­netz­wer­ke benö­ti­gen die Fähig­keit, Quan­ten­in­for­ma­tio­nen zwi­schen weit von­ein­an­der ent­fern­ten Kno­ten zu über­tra­gen.

Für die­se Auf­ga­be gel­ten Pho­to­nen der­zeit als viel­ver­spre­chends­te Kan­di­da­ten: Sie sind mit bestehen­der Kom­mu­ni­ka­ti­ons­in­fra­struk­tur kom­pa­ti­bel, robust gegen­über Deko­hä­renz und ver­fü­gen über leicht mani­pu­lier­ba­re Frei­heits­gra­deIns­be­son­de­re der Pola­ri­sa­ti­ons­frei­heits­grad hat sich auf­grund sei­ner Fle­xi­bi­li­tät und gerin­gen Rausch­an­fäl­lig­keit als opti­mal für die Ver­tei­lung von Quan­ten­zu­stän­den und Quan­ten­kor­re­la­tio­nen über wei­te Stre­cken erwie­senAller­dings wird die glo­ba­le Pho­to­nen­ver­tei­lung stets durch Rau­schen und Ver­lus­te auf dem Über­tra­gungs­weg beein­träch­tigt, was den Bedarf an Quan­ten­re­lais und Quan­ten­re­pea­tern unter­streichtDie­se kön­nen Ver­lus­te aus­glei­chen, indem sie Quan­ten­in­for­ma­tio­nen zwi­schen weit von­ein­an­der ent­fern­ten Netz­werk­kno­ten wei­ter­lei­ten.

Trotz erheb­li­cher Fort­schrit­te bei der Leis­tung deter­mi­nis­ti­scher Pho­to­nen­quel­len bleibt es jedoch eine Her­aus­for­de­rung, unter­schied­li­che Quan­ten­emit­ter für die Rea­li­sie­rung eines funk­tio­nie­ren­den Quan­ten­re­lais zwi­schen weit von­ein­an­der ent­fern­ten Teil­neh­mern ein­zu­set­zenEin inter­na­tio­na­les For­schungs­team – mit Betei­li­gung von Wissenschaftler:innen aus dem QR.N‑Konsortium an den Stand­or­ten Pader­born, Gar­ching, Würz­burg und Karls­ru­he – hat nun einen wich­ti­gen Schritt in die­se Rich­tung gemacht. In einem neu­en Paper zei­gen sie, wie die­se Her­aus­for­de­rung durch die Ver­wen­dung unglei­cher Quan­ten­punk­te über­wun­den wer­den kann.

Im Expe­ri­ment haben die For­schen­den zwei unglei­che Halb­lei­ter-Quan­ten­punk­te so prä­pa­riert, dass sie sich für die Tele­por­ta­ti­on von Pola­ri­sa­ti­ons-Qubits eig­nen. Dafür wur­den ihre elek­tro­ni­schen und opti­schen Eigen­schaf­ten gezielt durch Licht-Mate­rie-Wech­sel­wir­kung, geziel­te Ver­span­nung in meh­re­ren Ach­sen und Magnet­fel­der ange­passt. Die Demons­tra­ti­on wur­de in einem hybri­den Quan­ten­netz­werk und nahin­fra­ro­ten Pho­to­nen rea­li­siert: Ein Teil der Ver­bin­dung erfolg­te über Glas­fa­ser, ein ande­rer über eine 270 m lan­ge opti­sche Frei­raum­stre­cke auf dem Cam­pus der Sapi­en­za-Uni­ver­si­tät in Rom. Das Tele­por­ta­ti­ons­pro­to­koll greift auf eine GPS-basier­te Syn­chro­ni­sa­ti­on, ultra­schnel­le Ein­zel­pho­to­nen­de­tek­to­ren und akti­ve Sta­bi­li­sie­rungs­sys­te­me zurück, die atmo­sphä­ri­sche Tur­bu­len­zen kom­pen­sie­ren. Die dabei erreich­te Güte (fide­li­ty) der Tele­por­ta­ti­on betrug bis zu 82 ± 1 % und liegt damit um mehr als zehn Stan­dard­ab­wei­chun­gen über der klas­si­schen Gren­ze – ein deut­li­cher Nach­weis für die erfolg­rei­che Tele­por­ta­ti­on über ein hybri­des Quan­ten­netz­werk unter rea­len Bedin­gun­gen. Hier gibt es wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum Paper.

Quel­len­nach­weis: https://www.nature.com/articles/s41467-025–65911‑9