For­schen­de aus QR.N ent­wi­ckeln neu­ar­ti­ge Pho­to­nen­quel­le

Licht­quel­le erzeugt auf Abruf Pho­to­nen im Tele­kom-C-Band mit Rekord­qua­li­tät –

In den Quan­ten­tech­no­lo­gien ist hoch­wer­ti­ge Inter­fe­renz zwi­schen Pho­to­nen uner­läss­lich. Die­se kön­nen nur dann per­fekt mit­ein­an­der inter­fe­rie­ren, wenn all ihre Eigen­schaf­ten über­ein­stim­men, sie also prak­tisch iden­tisch sind. Gleich­zei­tig müs­sen sich sol­che Pho­to­nen in die bestehen­de Glas­fa­ser­in­fra­struk­tur inte­grie­ren las­sen. Dafür soll­ten Pho­to­nen­quel­len auf Basis von Quan­ten­punk­ten im Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons-C-Band bei einer Wel­len­län­ge von rund 1550 nm arbei­ten, da hier die opti­schen Ver­lus­te in Glas­fa­sern am gerings­ten sind. Die­se Kom­bi­na­ti­on stell­te lan­ge Zeit eine gro­ße Her­aus­for­de­rung dar: Zwar errei­chen Ein­zel­pho­to­nen­quel­len bei kür­ze­ren Wel­len­län­gen zwi­schen 780 und 960 nm nahe­zu idea­le Eigen­schaf­ten, doch die Über­tra­gung die­ser Qua­li­tät auf das Tele­kom-C-Band galt über vie­le Jah­re als schwie­rig. Um die­ses Hin­der­nis zu über­win­den, ent­wi­ckel­ten For­schen­de aus dem QR.N‑Verbund an den Stand­or­ten Stutt­gart und Würz­burg eine neu­ar­ti­ge Licht­quel­le, die ein­zel­ne Pho­to­nen im Tele­kom-C-Band auf Abruf und mit Rekord­qua­li­tät erzeugt. Die Ergeb­nis­se wur­den nun in einem Paper ver­öf­fent­licht.

Die ent­wi­ckel­te Quel­le ist eine deter­mi­nis­ti­sche Pho­to­nen­quel­le: Im Gegen­satz zu pro­ba­bi­lis­ti­schen Ansät­zen, bei denen nicht vor­her­seh­bar ist, wann ein Ein­zel­pho­ton tat­säch­lich zur Ver­fü­gung steht, erzeugt sie bei jeder geziel­ten Anre­gung zuver­läs­sig genau ein Pho­ton. Die­se Eigen­schaft ist ent­schei­dend für vie­le Anwen­dun­gen in der Quan­ten­kom­mu­ni­ka­ti­on und im Quan­ten­com­pu­ting. Tech­nisch basiert die Quel­le auf Indi­um­ar­se­nid-Quan­ten­punk­ten, die in eine Indi­um-Alu­mi­ni­um-Gal­li­um-Arse­nid-Struk­tur ein­ge­bet­tet und in einen zir­ku­lä­ren Bragg-Git­ter-Reso­na­tor inte­griert sind, der die Emis­si­on der Pho­to­nen gezielt ver­stärkt. Zwar exis­tie­ren bereits Quan­ten­punkt-Bau­ele­men­te für das Tele­kom-C-Band, bis­lang erreich­ten die­se jedoch bes­ten­falls Zwei-Pho­to­nen-Inter­fe­renz-Sicht­bar­kei­ten von rund 72 % – ein Maß für die Unun­ter­scheid­bar­keit der Pho­to­nen –, was für anspruchs­vol­le Quan­ten­an­wen­dun­gen nicht aus­reicht. Die neu­ar­ti­ge Pho­to­nen­quel­le über­win­det die­se Gren­ze nun, indem sie gezielt opti­mier­te Anre­gungs­ver­fah­ren nutzt. Dazu ver­gli­chen die For­schen­den sys­te­ma­tisch ver­schie­de­ne Anre­gungs­sche­ma­ta und stell­ten fest, dass die Nut­zung von Anre­gun­gen, die durch ele­men­ta­re Schwin­gun­gen im Kris­tall­git­ter ver­mit­telt werden,die bes­ten Ergeb­nis­se lie­fert. Auf die­se Wei­se erreich­ten die For­schen­den eine Zwei-Pho­to­nen-Inter­fe­renz-Sicht­bar­keit von nahe­zu 92 % – den bis­lang höchs­ten Wert für eine deter­mi­nis­ti­sche Ein­zel­pho­to­nen­quel­le im Tele­kom-C-Band.

Dass sich nun Pho­to­nen mit der Qua­li­tät pro­ba­bi­lis­ti­scher Quel­len erzeu­gen las­sen und zugleich auf Abruf ver­füg­bar sind, mar­kiert einen wich­ti­gen Schritt hin zu ska­lier­ba­rer Quan­ten­kom­mu­ni­ka­ti­on und pho­to­ni­schem Quan­ten­com­pu­ting. Per­spek­ti­visch ermög­li­chen sol­che Quel­len Anwen­dun­gen, die gro­ße Men­gen syn­chro­ni­sier­ter Pho­to­nen erfor­dern, sowie die Ver­net­zung meh­re­rer pho­to­ni­scher Pro­zes­so­ren für ver­teil­tes Quan­ten­rech­nen, an der im QR.N‑Verbund gear­bei­tet wird.

 

Quel­len­nach­weis: https://www.uni-stuttgart.de/universitaet/aktuelles/meldungen/Photonen-mit-Rekordqualitaet-bei-Telekommunikationswellenlaengen–auf-Abruf/