Neue Labore und Reinräume stärken die Spitzenforschung in den Zukunftsfeldern der Hightech Agenda Deutschland:
Mitte März 2026 hat das Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF) in Jena seinen mittlerweile dritten Forschungsneubau feierlich eingeweiht. An dem Festakt nahmen neben Vertreter:innen aus Politik, Wirtschaft und Industrie auch Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, sowie Mario Voigt, Ministerpräsident von Thüringen, teil. Die Bauarbeiten für den Neubau begannen 2019. Insgesamt beliefen sich die Kosten des Projekts auf rund 30 Millionen Euro, die zu gleichen Teilen von Bund und Land getragen wurden.
Auf einer Fläche von mehr als 2000 m2 bietet der Neubau neue Labore, Reinräume und Büroflächen. “Die neuen Labore eröffnen vielfältige Möglichkeiten zur Entwicklung und Herstellung optischer und photonischer Systeme höchster Präzision. Das schafft ideale Bedingungen für Spitzenforschung und den Transfer in Anwendungen in den Bereichen Optik, Photonik, Quantentechnologien und Photonische Systeme”, so Prof. Dr. Holger Hanselka, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. Künftig sollen hier Forschungsarbeiten zu zentralen Zukunftsthemen der im Juli 2025 beschlossenen Hightech Agenda Deutschland vorangetrieben und damit auch die Leistungsfähigkeit des Technologiestandorts Deutschland gestärkt werden. Zu den im Rahmen der Agenda identifizierten Schlüsseltechnologien zählen u. a. Quantentechnologien, Biotechnologie und Mikroelektronik.
Highlights des Neubaus sind eine neue Anlage zur Elektronenstrahl-Lithografie sowie eine optische Bodenstation für Quantenkommunikation. Mit der Elektronenstrahl-Lithografie lassen sich besonders feine Strukturen im Nanometerbereich auf optischen Bauteilen erzeugen. Damit können bspw. Hochleistungschips für Mikroelektronik, Künstliche Intelligenz oder Quantencomputing sowie hochpräzise Messinstrumente für Erdbeobachtung und Raumfahrt entwickelt und gefertigt werden. Die auf dem Dach des Forschungsneubaus installierte optische Bodenstation ermöglicht die optische Kommunikation mit Satelliten. Sie ist damit eine wichtige Infrastruktur für die Forschung zur Quantenkommunikation, die neue Verfahren für abhörsichere Kommunikation auch im Zeitalter von Quantencomputern entwickelt. Mit der neuen Bodenstation können Erkenntnisse aus Forschungsprojekten wie der vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderten QuNET-Initiative vom bisherigen Fokus auf erdgebundene Quantennetze auf satellitengestützte Kommunikation ausgeweitet werden. Damit werde die Grundlage für ein globales Quantennetzwerk gelegt und zugleich auch künftig exzellente Forschungsbedingungen am Institut geschaffen, so Institutsleiter Prof. Dr. Andreas Tünnermann. Hier gibt es weitere Informationen zum Forschungsneubau.
Quellennachweis: https://www.iof.fraunhofer.de/de/presse-medien/pressemitteilungen/2026/Einweihung-Forschungsneubau.html