For­schungs­pro­jekt Q‑net‑Q erfolg­reich abge­schlos­sen

Kon­sor­ti­um demons­triert Quan­ten­schlüs­sel­ver­tei­lung für kri­ti­sche Infra­struk­tu­ren über 680 Kilo­me­ter:

Das vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für For­schung, Tech­no­lo­gie und Raum­fahrt (BMFTR) geför­der­te und von der Euro­päi­schen Uni­on im Rah­men des EFRE-Pro­gramms kofi­nan­zier­te Pro­jekt “Inte­gra­ti­on von QKD in IKT-Net­ze (Q‑net‑Q)” hat­te das Ziel, die Quan­ten­schlüs­sel­ver­tei­lung (engl. Quan­tum Key Dis­tri­bu­ti­on, QKD) in bestehen­de Sys­te­me der Infor­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­tech­no­lo­gie (IKT) zu inte­grie­ren. Auf­bau­end auf einer umfas­sen­den wis­sen­schaft­li­chen Ana­ly­se wur­de ein sys­te­ma­ti­scher Know-how- und Tech­no­lo­gie­trans­fer zwi­schen QKD und IKT ent­wi­ckelt. Nach mehr als drei Jah­ren Lauf­zeit konn­te das Kon­sor­ti­um unter der Lei­tung der Hoch­schu­le Nord­hau­sen das Pro­jekt erfolg­reich abschlie­ßen. Betei­ligt waren neben den Tech­ni­schen Uni­ver­si­tä­ten Ber­lin und Mün­chen, der Fried­rich-Alex­an­der-Uni­ver­si­tät Erlan­gen-Nürn­berg sowie der DE-CIX Manage­ment GmbH die SQuaD-Part­ner Fraun­ho­fer-Insti­tut für Nach­rich­ten­tech­nik, Hein­rich-Hertz-Insti­tut (HHI) und Fraun­ho­fer-Insti­tut für Ange­wand­te Optik und Fein­me­cha­nik (IOF). Ergeb­nis ist die erfolg­rei­che Imple­men­tie­rung von Quan­ten­kom­mu­ni­ka­ti­on außer­halb kon­trol­lier­ter Labor­um­ge­bun­gen. Im Rah­men einer Abschluss­prä­sen­ta­ti­on Ende Febru­ar 2026 demons­trier­te das Kon­sor­ti­um zen­tra­le Kom­po­nen­ten und Anwen­dungs­sze­na­ri­en eines QKD-gesi­cher­ten Net­zes.

Im Gesund­heits­park Sund­hau­sen zeig­te das Kon­sor­ti­um die Funk­ti­ons­fä­hig­keit einer 150 km lan­gen regio­na­len Test­stre­cke. Die­se war über eine ins­ge­samt 680 km rei­chen­de Weit­ver­kehrs­bin­dung vom Fraun­ho­fer HHI in Ber­lin über Erfurt bis nach Frank­furt am Main ange­bun­den. Die prak­ti­sche Anwen­dung wur­de mit­tels einer rea­li­täts­na­hen Tele­kon­sul­ta­ti­on zwi­schen Sund­hau­sen und Jena ver­an­schau­licht. Im dor­ti­gen Gesund­heits­ki­osk kam ein eHe­alth-Sys­tem zum Ein­satz, mit dem Vital­pa­ra­me­ter wie Puls und Sau­er­stoff­sät­ti­gung erfasst wur­den. Die­se sen­si­blen Daten wur­den über einen Quan­ten-Access-Point ver­schlüs­selt und in Echt­zeit über­tra­gen. Mit der erfolg­rei­chen Demons­tra­ti­on vali­diert das Kon­sor­ti­um die Inte­gra­ti­on von QKD in bestehen­de IKT-Net­ze zur Absi­che­rung hoch­sen­si­bler Daten. Die Ergeb­nis­se unter­strei­chen die Ein­satz­rei­fe von QKD-Sys­te­men unter rea­len Betriebs­be­din­gun­gen. 

Für die For­schungs­ar­bei­ten stan­den den Part­nern ins­ge­samt vier Test­beds zur Ver­fü­gung. Neben der regio­na­len Anbin­dung Sund­hau­sens unter­such­te das Kon­sor­ti­um ins­be­son­de­re die Per­for­manz der Schlüs­sel­er­zeu­gung auf einer groß­ska­li­gen Weit­ver­kehrs­stre­cke. Die­se erstreck­te sich vom Inter­net­kno­ten DE-CIX in Frank­furt über Erfurt zum Fraun­ho­fer HHI nach Ber­lin und umfass­te damit eine mehr als 680 km lan­ge quan­ten­ge­si­cher­te Glas­fa­ser­ver­bin­dung. Den zen­tra­len Kno­ten­punkt die­ser Infra­struk­tur bil­de­te das Fraun­ho­fer-Zen­trum in Erfurt unter der Lei­tung des Fraun­ho­fer IOF. Die erfolg­rei­che Demons­tra­ti­on im Pro­jekt zeigt, dass inter­ope­ra­ble Quan­ten­kom­mu­ni­ka­ti­on über gro­ße Distan­zen auch heu­te schon in bestehen­de regio­na­le Ver­sor­gungs­struk­tu­ren inte­griert wer­den kann – und damit eine rea­lis­ti­sche Per­spek­ti­ve für den Schutz kri­ti­scher Infra­struk­tu­ren bie­tet. Hier gibt es wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu Q‑net‑Q.

 

Quel­len­nach­wei­se: https://www.hhi.fraunhofer.de/news/nachrichten/quantenkommunikation-im-realeinsatz-forschungskonsortium-validiert-hybride-netzarchitekturen-ueber-680-kilometer.htmlhttps://www.forschung-it-sicherheit-kommunikationssysteme.de/projekte/q‑net‑q