Neu­er Arti­kel zu Quan­ten­te­le­por­ta­ti­on ver­öf­fent­licht

Natio­nal Geo­gra­phic berich­tet über Funk­ti­ons­wei­se und Vor­tei­le von Quan­ten­te­le­por­ta­ti­on:

Im All­tag fol­gen Objek­te den ver­trau­ten Geset­zen der klas­si­schen Phy­sik. Auf der Ebe­ne der Ato­me und sub­ato­ma­ren Teil­chen gel­ten jedoch völ­lig ande­re, oft kon­train­tui­ti­ve Regeln: die der Quan­ten­phy­sik. Hier kön­nen Teil­chen bis zu ihrer Mes­sung meh­re­re Zustän­de gleich­zei­tig ein­neh­men (Super­po­si­ti­on) und über gro­ße Ent­fer­nun­gen hin­weg mit­ein­an­der ver­bun­den sein (Ver­schrän­kung). Sind zwei Quan­ten­sys­te­me ver­schränkt, bleibt ihr Zustand mit­ein­an­der ver­knüpft – unab­hän­gig davon, wie weit sie von­ein­an­der ent­fernt sind. Die­ses Phä­no­men bil­det die Grund­la­ge für neue Anwen­dun­gen, etwa in der siche­ren Kom­mu­ni­ka­ti­on.

Die Ver­schrän­kungs­ver­tei­lung ermög­licht aber noch viel mehr. So ist sie eine Vor­aus­set­zung, um meh­re­re Quan­ten­com­pu­ter zu grö­ße­ren Netz­wer­ken zu ver­bin­den. Dafür müs­sen Quan­ten­zu­stän­de zwi­schen ihnen über­tra­gen wer­den – eine Her­aus­for­de­rung, da die­se äußerst emp­find­lich sind und auf dem Über­tra­gungs­weg leicht gestört wer­den kön­nen. Eine mög­li­che Lösung bie­tet die Quan­ten­te­le­por­ta­ti­on: Dabei wird ein Quan­ten­zu­stand vom Sen­der auf ein ent­fern­tes Sys­tem über­tra­gen, ohne dass das Teil­chen selbst den Raum durch­quert. Statt­des­sen wird der Zustand am Emp­fän­ger rekon­stru­iert, ohne dass die betei­lig­ten Par­tei­en ihn direkt ken­nen.

Seit ihrer theo­re­ti­schen Beschrei­bung im Jahr 1993 hat sich die Quan­ten­te­le­por­ta­ti­on von einem abs­trak­ten Kon­zept zu einer expe­ri­men­tell bestä­tig­ten Rea­li­tät ent­wi­ckelt – und ist damit mehr als Sci­ence-Fic­tion. Ers­te Expe­ri­men­te Ende der 1990er Jah­re demons­trier­ten die Über­tra­gung von Quan­ten­zu­stän­den über kur­ze Distan­zen, wäh­rend es in den fol­gen­den Jah­ren gelang, die­se über immer grö­ße­re Ent­fer­nun­gen zu rea­li­sie­ren. In den 2010er Jah­ren zeig­ten For­schen­de zudem, dass sich unter­schied­li­che Quan­ten­sys­te­me tele­por­tie­ren las­sen, dar­un­ter auch Zustän­de supra­lei­ten­der Schalt­krei­se. Grund­la­ge all die­ser Expe­ri­men­te ist die Quan­ten­ver­schrän­kung.

Vor die­sem Hin­ter­grund ist Ende März 2026 ein Bei­trag in Natio­nal Geo­gra­phic erschie­nen, der das The­ma auf­greift. Dar­in kommt mit Dr. Simo­ne Port­a­lu­pi von der Uni­ver­si­tät Stutt­gart auch ein For­scher aus dem QR.N‑Verbund zu Wort. Der Arti­kel hebt das Poten­zi­al der Tele­por­ta­ti­on her­vor, eine neue Ära der Infor­ma­ti­ons­ver­ar­bei­tung ein­zu­lei­ten und das Ver­ständ­nis der sub­ato­ma­ren Welt zu erwei­tern. Wäh­rend klas­si­sche Com­pu­ter Infor­ma­tio­nen binär als 0 oder 1 ver­ar­bei­ten, nut­zen Quan­ten­com­pu­ter soge­nann­te Qubits. Die­se kön­nen sich in Über­la­ge­rungs­zu­stän­den befin­den und damit Wer­te zwi­schen 0 und 1 anneh­men – ein zen­tra­ler Vor­teil gegen­über klas­si­schen Sys­te­men.

Ers­te kom­mer­zi­el­le Quan­ten­com­pu­ter exis­tie­ren bereits, ihre Leis­tungs­fä­hig­keit ist jedoch noch begrenzt. Ein ent­schei­den­der Schritt hin zu leis­tungs­fä­hi­ge­ren Sys­te­men besteht dar­in, Quan­ten­in­for­ma­tio­nen zuver­läs­sig über grö­ße­re Distan­zen zu über­tra­gen und ver­schie­de­ne Quan­ten­com­pu­ter mit­ein­an­der zu ver­net­zen. Dabei stellt das soge­nann­te No-Clo­ning-Theo­rem eine grund­le­gen­de Her­aus­for­de­rung dar: Es besagt, dass sich ein unbe­kann­ter Quan­ten­zu­stand nicht ver­lust­frei kopie­ren lässt. Genau hier setzt die Quan­ten­te­le­por­ta­ti­on an, indem sie die Über­tra­gung von Zustän­den ermög­licht, ohne sie direkt zu kopie­ren. Lang­fris­tig könn­te sie so die Grund­la­ge für ein Quan­ten­in­ter­net bil­den und eine Schlüs­sel­rol­le in zukünf­ti­gen Quan­ten­com­pu­tern ein­neh­men. Hier geht’s zum Bericht.

 

Quel­len­nach­weis: https://www.nationalgeographic.com/science/article/quantum-teleportation-science-computing-physics