Neu­es Paper zu QKD ver­öf­fent­licht

Urba­nes Ad-hoc-Netz­werk für Quan­ten­schlüs­sel­ver­tei­lung (QKD) erfolg­reich demons­triert:

Mit der fort­schrei­ten­den Ver­net­zung unse­rer Welt, dem Aus­tausch rie­si­ger Daten­men­gen und der zuneh­men­den Gefähr­dung kri­ti­scher Infra­struk­tu­ren rückt die Sicher­heit digi­ta­ler Sys­te­me immer stär­ker in den Fokus. Spätes­tens im Zeit­al­ter leis­tungs­fä­hi­ger Quan­ten­com­pu­ter sto­ßen tra­di­tio­nel­le, auf Rechen­auf­wand basie­ren­de Ver­schlüs­se­lungs­ver­fah­ren jedoch an ihre Gren­zen. Hier setzt die Quan­ten­kom­mu­ni­ka­ti­on an: Die Quan­tenschlüs­sel­ver­tei­lung (engl. Quan­tum Key Dis­tri­bu­ti­on, QKD) gilt als Schlüs­sel­tech­no­lo­gie für die künf­ti­ge digi­ta­le Sicher­heit. Sie ermög­licht es, einen gemein­sa­men gehei­men kryp­to­gra­fi­schen Schlüs­sel zwi­schen zwei Par­tei­en zu erzeu­gen und zu ver­tei­len, ohne sich auf blo­ße rech­ne­ri­sche Annah­men zu ver­las­sen. Statt­des­sen basiert ihre Sicher­heit auf den grund­le­gen­den Geset­zen der Quan­ten­phy­sik. Da jede Mes­sung Quan­ten­zu­stän­de not­wen­di­ger­wei­se ver­än­dert, las­sen sich Abhör­ver­su­che unmit­tel­bar erken­nen.

In den ver­gan­ge­nen Jah­ren haben expe­ri­men­tel­le Demons­tra­tio­nen zu QKD welt­weit an Dyna­mik gewon­nen. Im Fokus ste­hen dabei bei­spiels­wei­se die Inte­gra­ti­on von QKD in bestehen­de Kom­mu­ni­ka­ti­ons­net­ze sowie neue Ansät­ze, um QKD-Sys­te­me auf kom­ple­xe Netz­werk­to­po­lo­gien zu ska­lie­ren. Vor die­sem Hin­ter­grund haben For­schen­de des Fraun­ho­fer-Insti­tuts für Nach­rich­ten­tech­nik, Hein­rich-Hertz-Insti­tut (HHI), gemein­sam mit Part­nern vom Fraun­ho­fer-Insti­tut für Ange­wand­te Optik und Fein­me­cha­nik (IOF), dem Max-Planck-Insti­tut für die Phy­sik des Lichts (MPL) und dem Deut­schen Zen­trum für Luft- und Raum­fahrt (DLR), Mit­te Novem­ber 2025 einen neu­en Arti­kel ver­öf­fent­licht. Dar­in beschrei­ben sie die Ent­wick­lung und erfolg­rei­che Imple­men­tie­rung eines viel­sei­ti­gen Ad-hoc-Netz­werks für die Quan­ten­schlüs­sel­ver­tei­lung im städ­ti­schen Raum. 

Der im Paper vor­ge­stell­te Ansatz inte­griert ver­schie­de­ne phy­si­ka­li­sche Kanä­le und QKD-Pro­to­kol­le sowie eine Kom­bi­na­ti­on aus ver­trau­ens­wür­di­gen Kno­ten und inter­mo­da­ler Kopp­lung. Anders als her­kömm­li­che QKD-Netz­wer­ke, die meist aus­schließ­lich auf Glas­fa­ser- und Frei­strahl­op­tik-Ver­bin­dun­gen (FSO) basie­ren, kom­bi­niert das ent­wi­ckel­te Test­bed bei­de Über­tra­gungs­ar­ten und über­win­det damit zen­tra­le Ein­schrän­kun­gen bis­he­ri­ger Sys­te­me. Für den Aus­bau des Netz­werks wur­den unter­schied­li­che Stra­te­gien unter­sucht – von per­ma­nen­ter Infra­struk­tur bis hin zu fle­xi­blen Ad-hoc-Ver­bin­dun­gen – mit dem Ziel bestehen­de Ver­sor­gungs­lü­cken zu schlie­ßen. Mit­hil­fe trag­ba­rer FSO-Ter­mi­nals gelang es den For­schen­den, in kur­zer Zeit ein funk­tio­nie­ren­des QKD-Netz­werk auf­zu­bau­en, ver­schie­de­ne Ver­bin­dungs­to­po­lo­gien zu tes­ten und eine quan­ten­si­che­re Ver­bin­dung zu einem Cloud-Ser­ver her­zu­stel­lenHier gibt es wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum Paper.

Quel­len­nach­weis: https://iopscience.iop.org/article/10.1088/1367–2630/ae1864