Neu­es Ver­bund­pro­jekt zur Ent­wick­lung von Quan­ten­netz­wer­ken

Pro­jekt­part­ner wol­len neue Ansät­ze für lang­fris­tig siche­re Daten­über­tra­gung erar­bei­ten:

Glas­fa­ser­net­ze trans­por­tie­ren rie­si­ge Daten­men­gen mit­hil­fe von Licht­si­gna­len, sto­ßen in Bezug auf Sicher­heit und Abhör­schutz jedoch an tech­ni­sche Gren­zen. Quan­ten­netz­wer­ke gehen dage­gen einen ent­schei­den­den Schritt wei­ter, um digi­ta­le Infor­ma­tio­nen vor unbe­fug­tem Zugriff zu schüt­zen. Anders als Ver­fah­ren der Post-Quan­ten-Kryp­to­gra­fie (PQK) beru­hen sie auf quan­ten­me­cha­ni­schen Gesetz­mä­ßig­kei­ten. Die­se ermög­li­chen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ver­fah­ren, bei denen Abhör­ver­su­che phy­si­ka­lisch nach­weis­bar sind. So ermög­licht die Quan­ten­schlüs­sel­ver­tei­lung (engl. Quan­tum Key Dis­tri­bu­ti­on, QKD) den siche­ren Aus­tausch kryp­to­gra­fi­scher Schlüs­sel und eröff­net dadurch ein grund­sätz­lich neu­es Sicher­heits­ni­veau. Ver­fah­ren wie PQK und QKD gel­ten des­halb als viel­ver­spre­chen­de Tech­no­lo­gien für kri­ti­sche Infra­struk­tu­ren wie Regie­run­gen, Behör­den sowie das Gesund­heits- und Finanz­we­sen. Ange­sichts der zuneh­men­den Bedro­hung durch leis­tungs­fä­hi­ge Quan­ten­com­pu­ter könn­ten Quan­ten­netz­wer­ke künf­tig einen wich­ti­gen Bei­trag zu einer lang­fris­tig siche­ren Daten­kom­mu­ni­ka­ti­on leis­ten. Vor die­sem Hin­ter­grund ist Anfang Juni 2026 das Ver­bund­pro­jekt “Quan­ten-Domä­nen-Quel­len (QDD)” gestar­tet, das im Rah­men der För­der­maß­nah­me “Siche­rer Ein­satz von Quan­ten­kom­mu­ni­ka­ti­on in der Anwen­dung” vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für For­schung, Tech­no­lo­gie und Raum­fahrt (BMFTR) mit 3,83 Mil­lio­nen Euro geför­dert wird.

Ziel des Pro­jekts ist die Ent­wick­lung ver­netz­ter loka­ler Quan­ten­do­mä­nen, die einen siche­ren Daten­aus­tausch über gro­ße Ent­fer­nun­gen ermög­li­chen. Eine zen­tra­le Her­aus­for­de­rung der QKD besteht der­zeit noch in der begrenz­ten Reich­wei­te der über­tra­ge­nen Quan­ten­si­gna­le, die auf weni­ge Hun­dert Kilo­me­ter beschränkt ist. Zwar las­sen sich grö­ße­re Distan­zen durch soge­nann­te ver­trau­ens­wür­di­ge Kno­ten über­brü­cken, die­se stel­len aller­dings poten­zi­el­le Sicher­heits­ri­si­ken dar, da ihnen voll­stän­dig ver­traut wer­den muss. Das Ver­bund­pro­jekt QDD ent­wi­ckelt des­halb neue Ansät­ze, um die­se Ein­schrän­kung zu über­win­den und die Grund­la­ge für siche­re Quan­ten­netz­wer­ke über gro­ße Ent­fer­nun­gen zu schaf­fen. Zum Kon­sor­ti­um gehö­ren neben der Info­sim GmbH & Co. KG als Ver­bund­ko­or­di­na­tor die Quant‑X Secu­ri­ty & Coding GmbH, die Tele­fó­ni­ca Ger­ma­ny GmbH & Co. OHG, das Fraun­ho­fer-Insti­tut für Ange­wand­te Optik und Fein­me­cha­nik (IOF), die Fried­rich-Schil­ler-Uni­ver­si­tät Jena sowie die Fried­rich-Alex­an­der-Uni­ver­si­tät Erlan­gen-Nürn­berg. Hier gibt es wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum Pro­jekt QDD.

 

Quel­len­nach­weis: https://www.med.uni-wuerzburg.de/aktuelles/meldungen/single/news/quantennetz-sicheren-datenverkehr-internet-zukunft/