Paper zum QTF-Back­bone ver­öf­fent­licht

QTF-Initia­ti­ve prä­sen­tiert einen Vor­schlag zum Auf­bau eines bun­des­wei­ten Glas­fa­ser-Back­bones für Quan­ten­kom­mu­ni­ka­ti­on und Zeit- und Fre­quenz­ver­tei­lung:

In opti­schen Glas­fa­ser­netz­wer­ken sind in den ver­gan­ge­nen Jah­ren zwei Schlüs­sel­tech­no­lo­gien zuneh­mend in den Fokus gerückt: die Quan­ten­kom­mu­ni­ka­ti­on (Q) und die Ver­tei­lung hoch­prä­zi­ser Zeit- und Fre­quenz­si­gna­le (engl. Time & Fre­quen­cy, T&F). Bei­de Tech­no­lo­gien gel­ten als wich­ti­ge Bau­stei­ne zukünf­ti­ger Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Infra­struk­tur­sys­te­me und eröff­nen neue Mög­lich­kei­ten für For­schung und Ent­wick­lung (F&E) im Bereich der phy­si­ka­lisch siche­ren Daten­über­tra­gung sowie für die Resi­li­enz kri­ti­scher Zeit­in­fra­struk­tu­ren. Um die­ses Poten­zi­al aus­zu­schöp­fen, reicht der Betrieb iso­lier­ter Glas­fa­ser-Test­stre­cken jedoch nicht aus. Erfor­der­lich ist viel­mehr eine ver­netz­te, bun­des­wei­te Glas­fa­ser­in­fra­struk­tur, die Quan­ten- und T&F‑Dienste einem brei­ten Nut­zer­kreis zugäng­lich macht. Der­zeit ste­hen ent­spre­chen­de Signa­le in Deutsch­land nur weni­gen Ein­rich­tun­gen zur Ver­fü­gung, wes­halb der Auf­bau und Betrieb einer geeig­ne­ten For­schungs- und Ent­wick­lungs­in­fra­struk­tur auf natio­na­ler und euro­päi­scher Ebe­ne als zen­tra­le Vor­aus­set­zung für die wei­te­re Ska­lie­rung die­ser Tech­no­lo­gien gilt.

Vor die­sem Hin­ter­grund for­mier­te sich vor eini­gen Jah­ren die “Initia­ti­ve für den Auf­bau eines Glas­fa­ser-Back­bones für Quan­ten­kom­mu­ni­ka­ti­on und Zeit- und Fre­quenz­ver­tei­lung in Deutsch­land” (QTF-Initia­ti­ve), an der auch Part­ner des Schirm­pro­jekts Quan­ten­kom­mu­ni­ka­ti­on Deutsch­land (SQuaD) betei­ligt sind. Ziel der Initia­ti­ve ist der Auf­bau einer zusätz­li­chen, vom öffent­li­chen Inter­net getrenn­ten Glas­fa­ser­in­fra­struk­tur für Quan­ten­tech­no­lo­gien. Die­se soll in der kom­men­den Deka­de als bun­des­wei­te F&E‑Infrastruktur für Anwen­dun­gen der Quan­ten­kom­mu­ni­ka­ti­on sowie der T&F‑Verteilung zur Ver­fü­gung ste­hen und unab­hän­gig von den betrieb­li­chen Anfor­de­run­gen der klas­si­schen Daten­kom­mu­ni­ka­ti­on betrie­ben wer­den. Ende Juli 2026 ist im Euro­pean Phy­si­cal Jour­nal (EPJ) ein Paper der QTF-Initia­ti­ve erschie­nen, das ein groß­räu­mi­ges Glas­fa­ser­netz beschreibt, das For­schungs­ein­rich­tun­gen in ganz Deutsch­land mit­ein­an­der ver­bin­det und ihnen eine dedi­zier­te Infra­struk­tur für expe­ri­men­tel­le Quan­ten­ver­bin­dun­gen sowie Zeit- und Fre­quenz­ver­tei­lung bereit­stellt  den soge­nann­ten QTF-Back­bone. 

Das Paper, das mit Unter­stüt­zung von Expert:innen aus 77 Ein­rich­tun­gen in ganz Deutsch­land erar­bei­tet wur­de, ent­hält einen umfas­sen­den Vor­schlag für einen QTF-Back­bone, der in vier Pha­sen über einen Zeit­raum von zehn Jah­ren ent­wi­ckelt und in Betrieb genom­men wer­den soll. Ziel ist es, For­schungs­ein­rich­tun­gen und Indus­trie einen ska­lier­ba­ren und nach­hal­ti­gen Zugang zu einer bun­des­wei­ten QTF-Infra­struk­tur zu ermög­li­chen und neue F&E‑Möglichkeiten außer­halb kon­trol­lier­ter Labor­um­ge­bun­gen zu schaf­fen. Dazu zäh­len Anwen­dun­gen in den Berei­chen Quan­ten­kom­mu­ni­ka­ti­on, Quan­ten­com­pu­ting, Quan­ten­sen­so­rik sowie wei­te­re zeit- und fre­quenz­kri­ti­sche Anwen­dun­gen in Wis­sen­schaft und Indus­trie. Dar­über hin­aus soll der QTF-Back­bone den Auf­bau eines bun­des­wei­ten QTF-Öko­sys­tems unter­stüt­zen, den Trans­fer von For­schungs­er­geb­nis­sen in prak­ti­sche Anwen­dun­gen erleich­tern und als natio­na­ler und euro­päi­scher Kno­ten­punkt zur Ein­bin­dung Deutsch­lands in zukünf­ti­ge pan­eu­ro­päi­sche Glas­fa­ser­net­ze bei­tra­gen. 

 

Quel­len­nach­wei­se: https://www.ptb.de/cms/qtf-de-backbone.html; https://link.springer.com/article/10.1140/epjs/s11734-026–02451‑3