Quan­ten­si­che­re Kom­mu­ni­ka­ti­on im Fokus

PTB-Bei­trag erklärt, wie Daten vor den Risi­ken zukünf­ti­ger Quan­ten­com­pu­ter geschützt wer­den kön­nen –

Quan­ten­com­pu­ter gel­ten als ernst­haf­te Bedro­hung für vie­le der heu­te ein­ge­setz­ten Ver­schlüs­se­lungs­ver­fah­ren, da sie eta­blier­te kryp­to­gra­fi­sche Algo­rith­men künf­tig effi­zi­ent bre­chen könn­ten. Vor die­sem Hin­ter­grund wächst der Bedarf an quan­ten­si­che­ren Kom­mu­ni­ka­ti­ons­lö­sun­gen – ins­be­son­de­re für sen­si­ble Daten und kri­ti­sche Infra­struk­tu­ren. Ein Mit­te Dezem­ber 2025 erschie­ne­ner News­let­ter­bei­trag der Phy­si­ka­lisch-Tech­ni­schen Bun­des­an­stalt (PTB) ord­net die­se Her­aus­for­de­rung ein und gibt einen Über­blick über mög­li­che Schutz­stra­te­gien.

Ein zen­tra­ler Ansatz für quan­ten­si­che­re Kom­mu­ni­ka­ti­on ist die Quan­ten­schlüs­sel­ver­tei­lung (engl. Quan­tum Key Dis­tri­bu­ti­on, QKD), deren Sicher­heit nicht auf mathe­ma­ti­scher Kom­ple­xi­tät, son­dern auf den Geset­zen der Quan­ten­me­cha­nik beruht. Abhör­ver­su­che las­sen sich dabei phy­si­ka­lisch nach­wei­sen, da jede Mes­sung den Quan­ten­zu­stand der über­tra­ge­nen Pho­to­nen not­wen­dig ver­än­dert. Als Ergän­zung dazu wird die soge­nann­te Post-Quan­ten-Kryp­to­gra­fie (PQK) erforscht: Dabei han­delt es sich um klas­si­sche Ver­schlüs­se­lungs­ver­fah­ren, die auf beson­ders kom­ple­xen mathe­ma­ti­schen Pro­ble­men beru­hen und auch Angrif­fen durch Quan­ten­com­pu­ter stand­hal­ten sol­len. Hybri­de Ansät­ze, die vie­le IT-Expert:innen for­dern, kom­bi­nie­ren QKD und PQK und nut­zen so die Vor­tei­le bei­der Ver­fah­ren für eine abhör­si­che­re Schlüs­sel­über­tra­gung.

Für die prak­ti­sche Umset­zung der QKD sind hoch­prä­zi­se und ver­läss­li­che Mess­ver­fah­ren ent­schei­dend. Die PTB in Braun­schweig ver­fügt über moder­ne Mess­plät­ze, an denen Pho­to­nen­quel­len, Ein­zel­pho­to­nen­de­tek­to­ren und kom­plet­te QKD-Sys­te­me umfas­send cha­rak­te­ri­siert wer­den kön­nen. In den Labo­ren las­sen sich sowohl Glas­fa­ser- als auch Frei­strahl-Sys­te­me unter rea­len Bedin­gun­gen tes­ten – inklu­si­ve rück­führ­ba­rer Mes­sun­gen und klar defi­nier­ter Unsi­cher­hei­ten. Die­se Infra­struk­tur unter­stützt ins­be­son­de­re Start-ups und Indus­trie­part­ner dabei, neue Tech­no­lo­gien aus der Grund­la­gen­for­schung in markt­rei­fe Anwen­dun­gen – und damit den All­tag der Men­schen – zu über­füh­ren.

Neben der Cha­rak­te­ri­sie­rung ein­zel­ner Kom­po­nen­ten erfor­dert quan­ten­si­che­re Kom­mu­ni­ka­ti­on leis­tungs­fä­hi­ge Test­um­ge­bun­gen und ver­netz­te Infra­struk­tu­ren. In Deutsch­land exis­tiert bereits eine Viel­zahl an Test­stre­cken für die Quan­ten­kom­mu­ni­ka­ti­on, die im Rah­men des Schirm­pro­jekts Quan­ten­kom­mu­ni­ka­ti­on Deutsch­land (SQuaD) sys­te­ma­tisch erfasst wer­den. SQuaD bün­delt die­se Akti­vi­tä­ten, ver­netzt Akteur:innen aus For­schung, Wirt­schaft und Indus­trie und schafft so eine zen­tra­le Anlauf­stel­le für Exper­ti­se und Infra­struk­tur. Ziel ist es, den Über­gang von iso­lier­ten Demons­tra­to­ren hin zu ska­lier­ba­ren, inter­ope­ra­blen Quan­ten­net­zen zu ermög­li­chen und damit die Grund­la­ge für eine siche­re, zukunfts­fä­hi­ge Kom­mu­ni­ka­ti­ons­in­fra­struk­tur in Deutsch­land zu legen. Hier geht es zum News­let­ter­bei­trag.

Quel­len­nach­weis: News­let­ter­bei­trag PTB