Miniaturisierter QKD-Satellit soll erste Quantenschlüsselveteilung zwischen CubeSat und Bodenstation demonstrieren:
Anfang Mai 2026 wurde der rund zehn Kilogramm leichte Kleinsatellit QUBE II mit einer Falcon-9-Rakete ins All gestartet und bereits nach etwa einer Stunde erfolgreich in Betrieb genommen. Ziel ist die Demonstration einer vollständigen Quantenschlüsselverteilung (engl. Quantum Key Distribution, QKD) zwischen einem Mikrosatelliten (CubeSat) und einer Bodenstation – ein wichtiger Schritt hin zu quantensicherer Kommunikation. Bei “Quantenschlüsselübertragung von einem CubeSat zum Boden (QUBE II)” handelt es sich um ein vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördertes Verbundprojekt. Beteiligt sind neben dem Verbundkoordinator OHB System AG, Weßling unter anderem das Zentrum für Telematik e.V., das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Ludwig-Maximilians-Universität München sowie die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. QUBE II baut dabei auf den Erfolgen des Vorgängerprojekts “Quantenschlüsselverteilung mit Cube-Sat (QUBE)” auf und kombiniert modernste Quantenoptik mit hochpräziser Laserkommunikation.
Bereits im Vorgängerprojekt QUBE wurden neuartige Technologien zur Erzeugung von Quantenschlüsseln in eine Cube-Sat-Plattform integriert und mit leistungsfähigen optischen Kommunikationssystemen kombiniert. Die miniaturisierten Quantenkomponenten werden dabei unter den extremen Bedingungen des Weltalls – etwa starken Temperatur- und Strahlungsbelastungen – auf ihre Funktionsfähigkeit sowie ihre Eignung für zukünftige QKD-Anwendungen untersucht. Um mithilfe der in QUBE entwickelten Technologien eine vollständige Quantenschlüsselverteilung zu realisieren, wurden diese Systeme im Rahmen von QUBE II weiterentwickelt und um zusätzliche Komponenten ergänzt. Eine zentrale Herausforderung bei der Erzeugung von Quantenschlüsseln ist der Kanalverlust zwischen Satellit und Bodenstation. Dieser soll in QUBE II unter anderem durch eine Vergrößerung der Ausgangsapertur des für die Übertragung der Quantensignale verwendeten Teleskops reduziert werden. Darüber hinaus soll erstmals ein optischer Link zwischen Bodenstation und Kleinsatellit – ein sogenannter Uplink – aufgebaut werden. Dieser ist erforderlich, da die verwendeten QKD-Protokolle neben den Quantensignalen auch eine bidirektionale klassische optische Kommunikationsverbindung mit hoher Datenrate benötigen. Hierzu wird das vom DLR entwickelte OSIRIS4CubeSat-Terminal unter anderem um einen Datenempfänger erweitert.
Grundlage von QUBE II bleibt die bereits im Vorgängerprojekt eingesetzte CubeSat-Plattform, die einen kostengünstigen, standardisierten und modularen Aufbau ermöglicht. Durch die vergrößerte Apertur des Teleskops sowie die zusätzlichen Funktionalitäten wächst der Satellit jedoch von ursprünglich 3U auf 6U an. Damit erweitert QUBE II nicht nur die technologischen Möglichkeiten des Vorgängerprojekts, sondern leistet zugleich einen Beitrag zur Weiterentwicklung satellitengestützter Quantenkommunikation.
Quellennachweise: https://www.dlr.de/de/kn/forschung-transfer/projekte/qkd-quantentechnologien/qube-ii-quantenschluesselaustausch-mit-cubesat; https://www.forschung-it-sicherheit-kommunikationssysteme.de/projekte/qube‑2