In bestehenden Glasfasernetzen ist jetzt quantensichere Kommunikation und hochkapazitiver Datenverkehr gleichzeitig möglich:
Fürth, Deutschland 02.07.2026
KEEQuant hat das System gemeinsam mit den Konsortialpartnern CESNET, EXATEL und PCSS in einer repräsentativen Umgebung moderner optischer Transportnetze validiert. Dabei wurde quantensichere Kommunikation parallel zu hochkapazitivem Transportdatenverkehr über Distanzen von bis zu 75 km demonstriert, ohne auf eine dedizierte Dark Fiber zurückzugreifen.
KI-generierte Illustration: Visualisierung der QKD-Integration in bestehende Transportinfrastruktur: QKD, dargestellt als violetter Quantenstrom, wird gemeinsam mit klassischem hochkapazitivem Datenverkehr innerhalb derselben Standardglasfaser übertragen.
Die Partner des SEQRET-Konsortiums haben validiert, dass bestehende Glasfasernetze quantensichere Kommunikation und hochkapazitiven Datenverkehr auf demselben Standard-Glasfaserpaar unterstützen können. Das System demonstrierte Quanten-Schlüsselverteilung (engl. Quantum Key Distribution, QKD) gemeinsam mit bis zu 64 Tb/s an klassischem Datenverkehr und erreichte Distanzen von bis zu 75 km. Dieses Ergebnis adressiert den Dark-Fiber-Engpass direkt, indem es aufzeigt, dass quantensichere Kommunikation und hochkapazitiver Datenverkehr auf derselben Glasfaserinfrastruktur koexistieren können, wie sie auch in optischen Transportnetzen eingesetzt wird.
Das ist besonders relevant für Betreiber und Infrastrukturverantwortliche, da die Verfügbarkeit von Glasfaser häufig eines der zentralen Hindernisse für die Implementierung ist. Separate Glasfasern für QKD zu reservieren, kann kostspielig und operativ anspruchsvoll sein, insbesondere in hochkapazitiven Transportnetzen. Koexistenz verändert diese Ausgangslage, da QKD auf derselben optischen Infrastruktur betrieben werden kann wie klassischer Datenverkehr. Dadurch wird die Implementierung vereinfacht und die praktische Integration quantensicherer Schlüsselverteilung in Telekommunikationsnetze verbessert. Die strategische Konsequenz ist klar: QKD kann in bestehende Transportinfrastrukturen eingeführt werden, ohne ein paralleles Dark-Fiber-Netz aufzubauen oder das Netzwerk grundlegend neu zu gestalten.
“Für Betreiber, die Kunden aus kritischen Infrastrukturen und dem öffentlichen Sektor bedienen, basiert Vertrauen auf belastbaren Nachweisen. Diese Validierung liefert genau das: eine konkrete Grundlage, um zu bewerten, wie quantensichere Schlüsselverteilung in vertrauenswürdige, sicherheitssensible Netzwerkdienste integriert werden kann”, sagt Mateusz Ozimek, der das SEQRET-Projekt auf Seiten von EXATEL leitet und dort als Leiter des Teams für Weltraumtechnologien tätig ist.
Die Validierung wurde in einem Zwei-Knoten-Aufbau über Standard‑G.652.D‑Glasfaser durchgeführt. Um repräsentative Netzwerkbedingungen abzubilden, wurden sechs optische Transceiver eingesetzt, während die verbleibende optische Transportumgebung mit Rauschsignalen belegt wurde, um eine vollständig belegte DWDM-Strecke zu emulieren. Parallel dazu erzeugte ein KEEQuant QKD-Modul kryptografische Schlüssel, die über das Schlüsselmanagementsystem (engl.: Key Management System, KMS) an einen Encryptor übergeben wurden. Ein live verschlüsselter Videostream wurde mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung übertragen und zeigte damit eine Implementierung auf Systemebene – nicht nur die isolierte Funktion eines einzelnen Moduls.
Eine stabile Koexistenz wurde an drei Betriebspunkten demonstriert:
- 80 × 800 (Gb/s 64 Tb/s) über C- und L‑Band auf einer Strecke von 60 km
- 40 × 800 (Gb/s 32 Tb/s) im C‑Band auf einer Strecke von 65 km
- 80 × 400 (Gb/s 32 Tb/s) über C- und L‑Band auf einer Strecke von 75 km
Das Ergebnis zeigt einen praktischen Weg auf, QKD mit geringerem Implementierungsaufwand in bestehende optische Transportinfrastrukturen zu integrieren – ohne die verfügbare Kapazität für Nutzdaten zu reduzieren.
Die Demonstration vereinte die komplementäre Expertise mehrerer Projektpartner. KEEQuant (Deutschland) stellte das QKD-System bereit und verantwortete das Integrationskonzept, das Key-Management-System sowie die Ende-zu-Ende-Demonstration. EXATEL (Polen) brachte die Perspektive eines Telekommunikationsbetreibers ein und definierte die operativen Anforderungen für den Einsatz in realen Netzumgebungen. CESNET (Tschechische Republik) stellte eine fortschrittliche Testumgebung bereit und unterstützte die Validierung, während PCSS (Polen) die optischen Fasern für die Reichweitentests lieferte.
Förderung
Diese Arbeit wurde im Rahmen des SEQRET-Projekts durchgeführt. Das Projekt wird im Rahmen des Digitalen Europa Programms im Kontext von EuroQCI unter dem Call DIGITAL-2021-GCI-01-INDUSTRIAL mit der Projekt-ID 101091591 gefördert.
Anerkennung
KEEQuant bedankt sich bei Ribbon für die Bereitstellung der Encryption Cards.
Konsortium und Pressekontakte
KEEQuant GmbH, entwickelt Quantensicherheitstechnologien, darunter Quantenschlüsselverteilung, Schlüsselverwaltung und sichere Netzwerklösungen für Infrastrukturen, die ein hohes Maß an Vertraulichkeit erfordern (Deutschland)
E‑Mail: press@keequant.com
EXATEL, führender Anbieter von Telekommunikations‑, IKT- und Cybersicherheitstechnologien (Polen)
E‑Mail: biuroprasowe@exatel.pl
CESNET, tschechisches Bildungs- und Wissenschaftsnetz (Tschechische Republik)
E‑Mail: marketing@cesnet.cz
PCSS, Poznań Supercomputing and Networking Center (Polen)
E‑Mail: pr@man.poznan.pl
Veröffentlicht von KEEQuant
Quellennachweis: https://www.keequant.com/press-release-coexistence/#press-release-de
