Start­schuss für Q‑PLANET

Neue euro­päi­sche Pilot­li­nie zur Indus­tria­li­sie­rung neu­tral­atom-basier­ter Quan­ten­tech­no­lo­gien:

Quan­ten­tech­no­lo­gien gel­ten als stra­te­gi­sches Zukunfts­feld mit gro­ßem wirt­schaft­li­chem und gesell­schaft­li­chem Poten­zi­al. Eine zen­tra­le Her­aus­for­de­rung besteht dar­in, viel­ver­spre­chen­de Tech­no­lo­gien aus dem Labor in ska­lier­ba­re indus­tri­el­le Fer­ti­gungs­pro­zes­se zu über­füh­ren. Bis­lang feh­len häu­fig repro­du­zier­ba­re Her­stel­lungs­ver­fah­ren sowie gemein­sa­me Stan­dards für Design, Kali­brie­rung, Steue­rung und Tests. Die­se Lücken erschwe­ren die ska­lier­ba­re Fer­ti­gung und den brei­ten Markt­ein­satz. Vor die­sem Hin­ter­grund ist im Mai 2026 mit “Q‑PLANET (Quan­tum Pilot Line for pro­duc­tion of Advan­ced chips for Neu­tral atom Euro­pean Tech­no­lo­gies)” eine neue euro­päi­sche Pilot­li­nie zur Indus­tria­li­sie­rung neu­tral­atom-basier­ter Quan­ten­chips gestar­tet. Das Pro­jekt wird mit rund 50 Mil­lio­nen Euro durch das Euro­pean Chips Joint Under­ta­king (Chips JU) geför­dert und zusätz­lich von natio­na­len und regio­na­len Behör­den kofi­nan­ziert. Ziel ist es, indus­tri­el­le Fer­ti­gungs­pro­zes­se für neu­tral­atom-basier­te Quan­ten­tech­no­lo­gien auf­zu­bau­en und indus­trie­taug­li­che Kom­po­nen­ten bereit­zu­stel­len. Gleich­zei­tig sol­len stan­dar­di­sier­te Ent­wick­lungs- und Fer­ti­gungs­werk­zeu­ge ent­ste­hen, die ins­be­son­de­re Start-ups sowie klei­nen und mitt­le­ren Unter­neh­men (KMU) den Zugang zu Quan­ten­tech­no­lo­gien erleich­tern. Q‑PLANET ist eine von sechs euro­päi­schen Pilot­li­ni­en für Quan­ten­tech­no­lo­gien im Rah­men des Chips JU. Die Pilot­li­nie soll den Über­gang von der For­schung in die indus­tri­el­le Fer­ti­gung beschleu­ni­gen und damit Euro­pas tech­no­lo­gi­sche Sou­ve­rä­ni­tät im Bereich der Quan­ten­tech­no­lo­gien stär­ken

Q‑PLANET ver­eint 28 Part­ner aus For­schung und Indus­trie aus elf euro­päi­schen Mit­glied­staa­ten unter der Koor­di­na­ti­on des fran­zö­si­schen Quan­ten­un­ter­neh­mens Pas­qalZum Kon­sor­ti­um gehö­ren unter ande­rem die Uni­ver­si­tä­ten Stutt­gart, Straß­burg und War­schau. Mit dem Fraun­ho­fer Hein­rich-Hertz-Insti­tut für Nach­rich­ten­tech­nik (HHI) ist auch ein Part­ner des Schirm­pro­jekts Quan­ten­kom­mu­ni­ka­ti­on Deutsch­land (SQuaD) betei­ligtDas HHI ent­wi­ckelt im Rah­men von Q‑PLANET eine Pilot­li­nie für die Pro­duk­ti­on, Assem­blie­rung und Cha­rak­te­ri­sie­rung opto­elek­tro­ni­scher Schalt­krei­se zur Ansteue­rung neu­tral­atom-basier­ter Quan­ten­chips.

Wäh­rend der drei­jäh­ri­gen Pro­jekt­lauf­zeit ent­wi­ckelt Q‑PLANET zen­tra­le Kom­po­nen­ten für Quan­ten­com­pu­ting, Quan­ten­sen­so­rik und Quan­ten­kom­mu­ni­ka­ti­on wei­ter. Dazu zäh­len Laser für vier Schlüs­sel­wel­len­län­gen (461 nm, 698 nm, 795 nm und 1013 nm), Atom-Chips sowie mikro­struk­tu­rier­te Dampf­zel­len für Atom­uh­ren und Feld­sen­so­ren. Die Kom­po­nen­ten wer­den in drei auf­ein­an­der­fol­gen­den Design‑, Fer­ti­gungs- und Test­zy­klen von Tech­no­lo­gy Rea­di­ness Level (TRL) 4 auf TRL 6 wei­ter­ent­wi­ckelt. Par­al­lel ent­ste­hen stan­dar­di­sier­te Pro­cess Design Kits (PDKs) und Assem­bly Design Kits (ADKs), die den Trans­fer der Tech­no­lo­gien in indus­tri­el­le Fer­ti­gungs­pro­zes­se unter­stüt­zen. Q‑PLANET soll damit nicht nur ein­zel­ne Quan­ten­kom­po­nen­ten zur indus­tri­el­len Rei­fe füh­ren, son­dern auch eine gemein­sa­me euro­päi­sche Fer­ti­gungs- und Ent­wick­lungs­ba­sis für Quan­ten­tech­no­lo­gien schaf­fen. Hier gibt es wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu Q‑PLANET.

 

Quel­len­nach­wei­se: https://www.hhi.fraunhofer.de/news/nachrichten/auftakt-fuer-q-planet-europaeische-pilotlinie-zur-industrialisierung-von-neutralatom-quantenchips.htmlhttps://www.q‑planet.eu/