Start­schuss für tri­la­te­ra­les QKD-Infra­struk­tur­pro­jekt

Auf­bau einer hoch­si­che­ren Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ach­se zwi­schen Deutsch­land, Polen und Tsche­chi­en geplant:

Anfang Juni 2026 hat das For­schungs­pro­jekt QUANT-GPlCz – QKD Net­work Ger­ma­ny-Pol­and-Czech rese­arch pro­ject offi­zi­ell sei­ne Arbeit auf­ge­nom­men. Die För­de­rung erfolgt im Rah­men der euro­päi­schen Euro­QCI-Initia­ti­ve und wird zu glei­chen Tei­len von der Euro­päi­schen Uni­on sowie auf deut­scher Sei­te vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Digi­ta­les und Staats­mo­der­ni­sie­rung (BMDS) getra­gen. Auf­bau­end auf den Ergeb­nis­sen des Vor­gän­ger­pro­jekts Q‑net‑Q ver­folgt QUANT-GPlCz das Ziel, natio­na­le Quan­ten­kom­mu­ni­ka­ti­ons­in­fra­struk­tu­ren (QCI) zu einer grenz­über­schrei­ten­den Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ach­se zwi­schen Deutsch­land, Polen und Tsche­chi­en zu ver­bin­den. Unter der Koor­di­na­ti­on der Hoch­schu­le Nord­hau­sen arbei­ten zahl­rei­che Part­ner aus For­schung und Indus­trie zusam­men, dar­un­ter das Fraun­ho­fer-Insti­tut für Ange­wand­te Optik und Fein­me­cha­nik (IOF), das Fraun­ho­fer-Insti­tut für Nach­rich­ten­tech­nik, Hein­rich-Hertz-Insti­tut (HHI) und das Fraun­ho­fer-Insti­tut für Inte­grier­te Schal­tun­gen (IIS), die Tech­ni­schen Uni­ver­si­tä­ten Ber­lin und Mün­chen, der Inter­net­kno­ten­be­trei­ber DE-CIX sowie die Quan­tum Optics Jena GmbH. Gemein­sam wol­len sie die Vor­aus­set­zun­gen für einen tri­la­te­ra­len QKD-Back­bone schaf­fen und damit einen wich­ti­gen Bei­trag zum Auf­bau einer siche­ren euro­päi­schen Quan­ten­kom­mu­ni­ka­ti­ons­in­fra­struk­tur leis­ten.

Um eine tri­la­te­ra­le Quan­ten­kom­mu­ni­ka­ti­ons­in­fra­struk­tur auf­zu­bau­en, müs­sen in QUANT-GPlCz natio­na­le Gren­zen über­wun­den wer­den. Hier­zu wer­den neue QKD-Back­bone-Ver­bin­dun­gen (engl. Quan­tum Key Dis­tri­bu­ti­on, QKD) geschaf­fen, die die Metro­po­len Frank­furt am Main, Ber­lin, War­schau und Prag phy­sisch mit­ein­an­der ver­knüp­fen. Auf die­se Wei­se sol­len die bestehen­den natio­na­len Quan­ten­net­ze – das deut­sche Q‑net-Q-Netz, das pol­ni­sche PIO­NIER-Q-Netz sowie das tsche­chi­sche CZQCI-Netz – zu einem inte­grier­ten grenz­über­schrei­ten­den Netz­werk zusam­men­ge­führt wer­den. Neben dem Infra­struk­tur­aus­bau steht die Ein­bin­dung kri­ti­scher Sek­to­ren im Fokus des Pro­jekts. In Koope­ra­ti­on mit dem Inter­net­kno­ten­be­trei­ber und Inter­con­nec­tion-Dienst­leis­ter DE-CIX wer­den hoch­si­che­re pri­va­te Ver­net­zungs- und Kon­nek­ti­vi­täts­lö­sun­gen für den Daten­aus­tausch zwi­schen Rechen­zen­tren erprobt. Dar­über hin­aus ent­wi­ckeln die Pro­jekt­part­ner Kon­zep­te zur Absi­che­rung kri­ti­scher Infra­struk­tu­ren, etwa im Bereich der Ener­gie­ver­sor­gung, sowie für die ver­trau­li­che Kom­mu­ni­ka­ti­on staat­li­cher Ein­rich­tun­gen.

Ein tech­no­lo­gi­sches Allein­stel­lungs­merk­mal des Pro­jekts ist die Kopp­lung ter­res­tri­scher Net­ze mit dem Welt­raum­seg­ment. Durch die Syn­chro­ni­sa­ti­on des Glas­fa­ser­net­zes mit opti­schen Boden­sta­tio­nen schafft QUANT-GPlCz die Vor­aus­set­zun­gen für eine Anbin­dung an das geplan­te Euro­QCI-Welt­raum­seg­ment. Die­ser hybri­de Ansatz soll künf­tig eine durch­ge­hen­de quan­ten­ge­si­cher­te Kom­mu­ni­ka­ti­on über gro­ße Distan­zen ermög­li­chen und damit die Reich­wei­te euro­päi­scher Quan­ten­kom­mu­ni­ka­ti­ons­in­fra­struk­tu­ren erwei­tern. Dar­über hin­aus schafft er wich­ti­ge Vor­aus­set­zun­gen für einen siche­ren Infor­ma­ti­ons­aus­tausch zwi­schen den Secu­ri­ty Ope­ra­ti­ons Cen­ters (SOCs) der betei­lig­ten EU-Mit­glied­staa­ten. Hier gibt es wei­te­re Infor­ma­tio­nen zum Pro­jekt­start.

 

Quel­len­nach­weis: https://www.hs-nordhausen.de/pressemitteilungen/europa-vernetzt-sich-quantensicher-startschuss-fuer-das-trilaterale-infrastrukturprojekt-quant-gpicz/