Tech­no­lo­gie-Road­map Quan­ten­re­pea­ter ver­öf­fent­licht

Stu­die beleuch­tet aktu­el­len Stand, tech­no­lo­gi­sche Ansät­ze und mög­li­che Ent­wick­lungs­schrit­te von Quan­ten­re­pea­tern:

Quan­ten­re­pea­ter gel­ten als zen­tra­ler Bau­stein für zukünf­ti­ge Quan­ten­netz­wer­ke. Bis­lang stellt die Kon­trol­le, Spei­che­rung und Ver­tei­lung von Quan­ten­in­for­ma­ti­on und Ver­schrän­kung eine gro­ße Her­aus­for­de­rung dar. Anders als klas­si­sche Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­si­gna­le kann Quan­ten­in­for­ma­ti­on auf­grund quan­ten­me­cha­ni­scher Gesetz­mä­ßig­kei­ten nicht belie­big kopiert oder ver­stärkt wer­den.  Dadurch sto­ßen heu­ti­ge Ansät­ze der Quan­ten­kom­mu­ni­ka­ti­on bei Reich­wei­te und Ska­lier­bar­keit an ihre Gren­zen. Quan­ten­re­pea­ter könn­ten hier künf­tig eine Lösung bie­ten: Sie sol­len Quan­ten­in­for­ma­ti­on und Ver­schrän­kung über gro­ße Distan­zen ver­tei­len und damit Anwen­dun­gen wie quan­ten­si­che­re Kom­mu­ni­ka­ti­on mit­tels Quan­ten­schlüs­sel­ver­tei­lung (engl. Quan­tum Key Dis­tri­bu­ti­on, QKD), ver­teil­tes Quan­ten­com­pu­ting oder Quan­ten­sen­sor­netz­wer­ke über wei­te Ent­fer­nun­gen ermög­li­chen. Sie gel­ten daher als wesent­li­che Vor­aus­set­zung für leis­tungs­fä­hi­ge Quan­ten­netz­wer­ke der Zukunft. 

Vor die­sem Hin­ter­grund hat das Fraun­ho­fer-Insti­tut für Sys­tem- und Inno­va­ti­ons­for­schung (ISI) gemein­sam mit der Uni­ver­si­tät des Saar­lan­des (UDS) im Rah­men des Schirm­pro­jekts Quan­ten­kom­mu­ni­ka­ti­on Deutsch­land (SQuaD) eine neue Tech­no­lo­gie-Road­map ver­öf­fent­licht. Die­se ana­ly­siert den aktu­el­len Stand der For­schung, ver­gleicht unter­schied­li­che tech­no­lo­gi­sche Ansät­ze und skiz­ziert mög­li­che Ent­wick­lungs­schrit­te hin zu zukünf­ti­gen Quan­ten­re­pea­tern. Grund­la­ge der Road­map sind eine umfas­sen­de Ana­ly­se der wis­sen­schaft­li­chen Lite­ra­tur sowie Ein­schät­zun­gen von 22 Expert:innen aus Wis­sen­schaft und Indus­trie, die durch Ein­zel­in­ter­views und einen Online-Road­map­ping-Work­shop erho­ben wur­den. Ziel des Road­map­ping-Pro­zes­ses war es, den tech­no­lo­gi­schen Ent­wick­lungs­stand zu erfas­sen, zen­tra­le Her­aus­for­de­run­gen zu iden­ti­fi­zie­ren und mög­li­che Ent­wick­lungs­pfa­de auf­zu­zei­gen.

Die Ergeb­nis­se zei­gen, dass sich die For­schung auf die­sem Gebiet welt­weit dyna­misch ent­wi­ckelt. So konn­ten Arbeits­grup­pen in den ver­gan­ge­nen Jah­ren wich­ti­ge Fort­schrit­te bei zen­tra­len Repea­ter-Funk­tio­nen erzie­len. Gleich­zei­tig befin­det sich das Tech­no­lo­gie­feld noch in einem frü­hen Ent­wick­lungs­sta­di­um. Ein kom­mer­zi­ell nutz­ba­rer Quan­ten­re­pea­ter, der Ver­schrän­kung effi­zi­en­ter über gro­ße Distan­zen ver­tei­len kann als eine direk­te Über­tra­gung, dürf­te daher noch meh­re­re Jah­re ent­fernt sein. Der­zeit wer­den verschie­de­ne Hard­ware-Platt­for­men inten­siv erforscht, dar­un­ter Farb­zen­tren in Dia­mant, ein­zel­ne Ato­me und Ionen sowie deren Ensem­bles, Sel­ten­erd-Ionen oder Quan­ten­punk­te. Bis­her hat sich kei­ne die­ser Platt­for­men ein­deu­tig durch­ge­setzt. Statt­des­sen wei­sen die unter­schied­li­chen Ansät­ze jeweils spe­zi­fi­sche Stär­ken und Schwä­chen auf, etwa hin­sicht­lich Spei­cher­zei­ten, Effi­zi­enz, Ska­lier­bar­keit oder Inte­gra­ti­ons­fä­hig­keit. Die Autor:innen sehen daher gute Grün­de, meh­re­re tech­no­lo­gi­sche Pfa­de par­al­lel zu ver­fol­gen. Auch hybri­de Sys­te­me, die unter­schied­li­che Platt­for­men mit­ein­an­der kom­bi­nie­ren, könn­ten per­spek­ti­visch an Bedeu­tung gewin­nen.

Bis zu einem brei­ten Ein­satz von Quan­ten­re­pea­tern sind jedoch noch erheb­li­che wis­sen­schaft­li­che und tech­no­lo­gi­sche Her­aus­for­de­run­gen zu bewäl­ti­gen. Dazu zäh­len unter ande­rem die Stei­ge­rung der Effi­zi­enz, die Ver­län­ge­rung der Spei­cher­zei­ten, höhe­re Über­tra­gungs­ra­ten, die Inte­gra­ti­on in bestehen­de Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­in­fra­struk­tu­ren sowie Stan­dar­di­sie­rung und indus­tri­el­le Ska­lie­rung. Den­noch erwar­ten die For­schen­den in den kom­men­den Jah­ren wei­te­re Demons­tra­tio­nen ein­zel­ner Kom­po­nen­ten und Netz­werk­funk­tio­nen. Noch vor 2035 könn­ten erst­mals Quan­ten­re­pea­ter demons­triert wer­den, die Ver­schrän­kung bzw. Quan­ten­in­for­ma­ti­on über gro­ße Ent­fer­nun­gen mit gerin­ge­ren Ver­lus­ten über­tra­gen als direk­te Ver­bin­dun­gen. Dies wäre ein bedeu­ten­der Mei­len­stein auf dem Weg zu leis­tungs­fä­hi­gen Quan­ten­netz­wer­ken. 

 

Quel­len­nach­wei­se: https://www.isi.fraunhofer.de/de/presse/2026/presseinfo-12-quanteninformation-ueber-grosse-distanzen.html; https://www.linkedin.com/posts/fraunhoferisi_how-can-quantum-information-be-transmitted-activity-7488505378968604672-vzaL/?utm_source=share&utm_medium=member_desktop&rcm=ACoAADSzuCQBOAdSaUa850kDF-Ysbt1C6WM-_r4